Australien in 10 Monaten

Don't be a tourist, be a traveler

 
28April
2015

Suuuper schöne Nationalparks auf dem letzten Roadtrip

Der nächste lange Weg führte uns zum Karijini Nationalpark, wobei es leider die ganze Zeit weiter regnete. Dafür hatten wir aber das Glück, keine Fliegen um uns herum zu haben, die uns so kirre gemacht hatten. Es gab so einige Wutausbrüche. Also holten wir uns zur Beruhigung trotz 19 Grad (Kälte) ein Eis.
In Karijini nahmen wir uns genügend Zeit um uns alles anzugucken und auch bei Regen war es unglaublich! So waren nicht zu viele Touris unterwegs und wir konnten in Ruhe unsere Walks durchführen. Die Farben waren trotz dem ganzen Grau wunderschön. Rote Felsen, Wasserfälle, Schluchten, Wasserlöcher, ... Einmal hatten wir Angst stecken zu bleiben, da es durch den Regen auf den Gravel Roads sehr matschig wurde. Trotzdem fanden wir, dass es der schönste Nationalpark war, den wir in Australien gesehen haben.
 
 
 
Weiter ging es nach Broome, was wieder zwei Tage dauerte. Auf der ersten Strecke hatten wir ein kleines Problem mit dem Sprit. Der Tank wurde immer leerer und hätte nicht mehr bis zur nächsten Tankstelle gereicht, waren wir nicht für ca. eine Stunde 60km/h gefahren. Hinzu kamen noch die riesigen Oversize Roadtrains, bei denen man tatsächlich von der Straße runter musste, da sie zum Teil ganze Häuser oder sehr große Treppengeländer für Nationalparks transportierten.
Auf dem Rastplatz kurz vor Broome lernten wir ein nettes belgisches Paar kennen. Wir liefen uns in Broome dann ständig über den Weg und wir kamen sogar zufällig auf den gleichen Campingplatz.
Einen Abend haben wir uns in Broome "Cinderella" im ersten Outdoor Cinema der Welt angeguckt.
 
Auch am Strand waren wir, aber leider durfte man nicht ins Wasser, da gerade "stinger season" war (sehr giftige Quallen).
 
Schließlich machten wir uns Ende April auf den langen Weg zu unserem letzten Ziel: Darwin. Wir verließen Western Australia und erreichten das Northern Territory, wo man doch tatsächlich 130km/h fahren durfte - was wir aber nie gemacht haben. Sprit sparen und so.
Nach drei Tagen kamen wir im Litchfield Nationalpark an. Dieser war nur noch 90km von Darwin entfernt. Dort gab es viele schöne Wasserfälle und wir schafften es endlich mal, in einem der Wasserlöcher unter'm Wasserfall zu baden. Jetzt können wir beruhigt abreisen.
 
 
Ein letztes mal schliefen wir noch außerhalb von Darwin auf einem sehr billigen Campingplatz, der sehr persönlich war. So bekamen wir auf einem 6-Rad-Quad eine Tour durch den "Park" und konnten sogar noch einen kleinen Walk am Creek entlang machen. Wir hatten eigentlich gehofft, dort Krokodile zu sehen, aber wir sahen nur viele Spinnen. Eine überraschte uns aber ganz besonders. Isi lief geradewegs unter dem Netz der riesigsten Spinne, die wir je gesehen haben, drunter durch. Sie war so monströs, dass Leonie sich gar nicht mehr traute, auch noch drunter durch zu laufen. Sie könnte ja auf einen springen und einen töten. Mit allem Mut ging es dann aber doch weiter. Abends hatten wir dann noch eine andere Spinne im Auto, die zwar im Vergleich zur anderen Spinne von der Größe her verblasste - sie war trotzdem noch sehr groß -, aber ihre orangene Farbe machte alles umso schlimmer. Zudem wurden wir in der Nacht noch ordentlich geräuchert, da auf der anderen Straßenseite ein kontrollierter Waldbrand stattfand. Tja, das war auch schön unser letztes Erlebnis vor Darwin.
(Seht ihr sie? Die große Monsterspinne? Ja... Der große schwarze Fleck da vorne.)
 
 
(Der Waldbrand mit der Abendsonne im Hintergrund.)
17April
2015

Die letzten Male an Australiens wunderschönen Stränden

Am 9. April ging es also los auf unseren letzten Roadtrip die Westküste hoch. Der erste Stopp sollte in Geraldton bei Freunden von Linda und Grant sein, wo wir hätten schlafen dürfen. Als wir dort allerdings klingelten, stellte sich heraus, dass sie gerade im Urlaub waren und so hatten wir Pech gehabt. Also schliefen wir spontan am Highway auf einen Parkplatz, wo es nicht mal Toiletten gab. Dafür haben wir aber einen sehr schönen Abendhimmel gesehen:
 
Am nächsten Tag ging es auf Richtung Kalbarri Nationalpark. Die lange Fahrt vertrieben wir uns, indem wir uns gegenseitig Songtexte beibrachten. Das war mal etwas neues und war sehr lustig. So langsam merkte man auch, dass die Landschaft grüner und hügeliger wurde und die Erde röter. Je nördlicher wir kamen desto mehr Fliegen schwirrten um uns herum. Man konnte es echt kaum aushalten, draußen zu sein und deshalb kauften wir uns schließlich ein Fliegennetz für den Kopf.
Der Nationalpark war dann aber wirklich sehr schön. Weite Landschaft, tiefe Schluchten und überragende Felsen. Aber das sieht man ja auch auf den Fotos.
 
Als nächstes besuchten wir Monkey Mia. Ein süßer kleiner Ort, der nur so gut besucht ist, da jeden Tag wildlebende Delfine ans Ufer k1ommen und man sie bei der Fütterung beobachten kann. Ansonsten machten wir uns eine schöne Zeit, lagen viel am Strand und gönnten uns sogar ein Essen.
Auf dem Weg von der Halbinsel wieder runter, hielten wir am Shell Beach an, wo der Sand aus vielen kleinen Muscheln besteht. 
 
Unser nächster Stopp war Coral Bay, was schon ziemlich weit im Norden ist. Von diesem kleinen Ort waren wir ebenfalls fasziniert. Der Strand mit dem Wasser war einfach traumhaft schön, das Wetter war perfekt und so verbrachten wir eine gemütliche Zeit. Zwei Nächte blieben wir dort auf dem Campingplatz, der die einzigen Süßwasser-Duschen hat, da das Wasser dort oben wohl sehr knapp ist. Wir machten richtig Urlaub, indem wir uns Pancakes zum Frühstück gönnten, nachmittags Karten spielten und abends den Sonnenuntergang über den Dünen anguckten.
 
Ein Stück weiter im Norden liegt Exmouth. Dort wollten wir eigentlich auch ein paar Tage verbringen, doch wir waren von dem Ort so gar nicht begeistert und so machten wir uns gleich auf den Weg in den Cape Range Nationalpark, der nicht weit entfernt ist. Dort waren wir in Turquoise Bay, einer Bucht, in der man mit Schnorchelausrüstung ins Wasser gehen kann und sich dann parallel zum Strand von der Strömung über's Riff treiben lässt. Man muss nur aufpassen, dass man rechtzeitig aus dem Wasser rausgeht, da man ansonsten auf das Meer hinausgetrieben wird. Die Strömung war auch wirklich sehr stark und da wir keine Flossen hatten, kamen wir überhaupt nicht dagegen an. Wir passten also gut auf uns auf und wiederholten diesen Vorgang dreimal. Wir fanden es halt sehr schön. Das Wetter verschlechterte sich allerdings so langsam und als wir am nächsten Tag den Park verließen, fing es an zu regnen. Grade nochmal Glück gehabt!
09April
2015

Ostern auf Shippy's

Irgendwie waren ja schon aus den zu Anfang geplanten vier Wochen sechs Wochen geworden. Doch als der Abreisetermin immer näher rückte, konnten wir uns einfach nicht losreißen und verlängerten um weitere Woche. Also hatten wir noch gut Zeit, unser Auto wieder reisefertig zu machen. Wir haben es gewaschen, es wurde von Grant, Pete und Angus geserviced (Ölwechsel etc.), wir haben es auf WA umregistrieren lassen, es war bei der Inspektion und hat neue Reifen drauf bekommen. Es war alles wie neu! Und zu guter letzt, im Falle einer Panne, haben wir von Grant einen Crashkurs in Sachen Reifen wechseln bekommen.
 
Einer der Gründe, warum wir länger bleiben wollten, war ein Autorennen ("Flying 50"), das durch die Straßen Northams führte. Dort ist Pete sogar auch mitgefahren mit seinem süßen kleinen blauen Mini. Am Morgen des Autorennens standen wir um 4 Uhr auf, um beim "secondary fencing" zu helfen. Das ist die Zuschauerbegrenzung hinter der Betonwand. Über Tag ist es echt heiß geworden, es war voll cool, die Rennen zu sehen und Pete war auch ganz zufrieden.
 
Vor dem Wochenende entschieden wir, sogar noch eine Woche länger zu bleiben, sodass wir Ostern in der Familie verbringen konnten. Aus einem Monat sind also zwei geworden!
 
An einem Abend, wie aus dem Nichts, brach plötzlich die Dunkelheit über uns herein. Stromausfall! Beim Abbrennen eines Stoppelfeldes ist wahrscheinlich auch ein Strommast mit in Flammen aufgegangen.
 
Danach waren wir krank. Es hat zwar nichts damit zu tun, aber wie soll man sonst seine Übergänge gestalten!? Wir hatten eine Erkältung und konnten eine Woche kaum arbeiten. Linda hat sich liebvoll um uns gekümmert. Wie eine Mami eben. 
 
Und dann kam auch schon Ostern. Zum Glück waren wir wieder auf den Beinen. Alle Kinder sind nach Hause gekommen, sodass full house war. Ein paar Missgeschicke sind uns passiert, natürlich. Als Leonie einmal in der Hängematte lag und Grant sie hin-und hergeschaukelt hat, macht es auf einmal buff! Leonie lag auf dem Boden! Außerdem wollten wir Anzacbisquits backen, doch aus einem unerfindlichen Grund zerliefen die einzelnen Cookies und es entstand eine riesige harte halb angebrannte Teigplatte. So konnte man sich nur noch etwas abbrechen, aber ganz schlecht waren sie nicht.
 
Samstag auf Ostersonntag ging es in den Bush. Camping! Im Dunkeln ging es auf einen Hügel, wo wir unser Lager aufschlugen, ein Feuer anzündeten und es uns richtig gemütlich machten. Auf einer Platte wurden Würstchen und Chops (Kotelettes) gebraten und dazu aßen wir einen Salat. Zum Nachtisch gab es gegrillte Marshmallows. Später unterhielten wir uns sehr nett und lange, erzählten uns lustige Geschichten und sangen jeder unsere Nationalhymne. Uns wurde gesagt, dass wir sehr "in tune" waren.
Irgendwann am Abend gab es auch noch eine Mondfinsternis.
Als wir müde wurden, bauten wir unsere Betten auf. Endlich konnten wir mal in einem Swag schlafen. Linda und Lucy schliefen auf Feldbetten, Grant hatte sich eine Höhle auf der Ladefläche seines Utes aufgebaut und Isla schleifen auch in einem Swag. Kate konnte leider nicht mitkommen, da sie krank war.
Morgens gab es zum Frühstück Spiegeleier in Toast mit Bacon. Danach ging die Ostereiersuche los. Und zwar wieder und wieder. Dann kehrten wir nach Hause zurück und verbrachten einen entspannten Sonntag.
 
Ostermontag fuhren wir zu zweit zu einem Pferderennen nach York. Es war zwar klein, aber trotzdem mal schön zu sehen.
 
Mittwoch wollten wir dann eigentlich aufbrechen, schließlich wurde aber doch Donnerstag daraus. Ehm ja, wir waren nicht so gut vorbereitet...
 
Verlassen haben wir die Farm bei 19 Grad, also fast 30 Grad kälter als bei unserer Ankunft. Der Abschied viel uns sehr schwer, da wir einfach eine super Zeit in dieser lieben und lustigen Familie - von uns liebevoll Cookies genannt - hatten. Insgesamt gab es immer leckeres Essen, gute Arbeit, wir haben viel gesehen, hatten eine Menge Spaß und sind Teil der Familie geworden. 
17März
2015

Hunde, Schafe, Modenschau und Mee(h)r

Ein anderes Wochenende haben wir einen Tagesausflug nach Wagin gemacht (3,5 Stunden entfernt). Dort hatte Grant einen Dog Trial mit seinen vier erfahreneren Hunden. Aber nicht nur das gab es dort: Rodeo, Schafscherwettbewerb, Modenschau (mit Kleidung aus Wolle), Farmers Market, Jahrmarkt, Fressstände, Dog High Jump. Es gab also vieles zu entdecken und am Ende war auch Grant sehr erfolgreich. Aus ca. 60 Teilnehmern hat er den 1. und 2. Platz belegt und war auch mit den anderen beiden Hunden im Finale. Nach 3-4 Stunden ging es schon wieder nach Hause. Wieder typisch Australien: Lange Strecke für eine kurze Zeit.
 
 
Ein dritter schöner Ausflug ging nach Rottnest Island oder für die Australier, die Abkürzungen ja so lieben, auch Rotto. Auf Fahrrädern ging es bepackt mit Schnorchelausrüstung los über die Insel. Wir verbrachten einen schönen Tag dort, gingen in verschiedenen Buchten ins Wasser und haben diesen Tagesurlaub sehr genossen. Linda bewies mal wieder ihre Großzügigkeit, indem sie uns den kompletten Ausflug schenkte! 
02März
2015

Mit Seelöwen schwimmen: Check!

Während unserer Zeit auf der Farm haben wir natürlich auch ein paar Ausflüge unternommen. So wurden wir von Grants Schwester Jayne und ihrem Mann Pete zu einem gemeinsamen Wochenende mit der ganzen Familie nach Green Head (4-5 Stunden nördlich) an die Küste in ihr Feriencottage eingeladen. Vorher hatten wir sie erst zweimal ganz kurz getroffen. Da sieht man mal wieder wie offen und freundlich die Aussies sind. Zusammen mit ihren Töchtern Erin und Sarah und und ihrer Enkelin Clara verbrachten wir dort ein sehr schönes Wochenende. Wir haben die unterschiedlichsten Sachen gemacht: Es ging zum Strand, wo wir auch Kayak gefahren sind; Pete zeigte uns die nahegelegenen Höhlen, in denen es so dunkel war, dass man wirklich nichts mehr sehen konnte; abends gingen wir Fish & Chips essen; wir haben Karten gespielt; wir durften mit dem Ute am Strand fahren und das Beste: Ein Freund der Familie nahm uns mit seinem Boot raus zu einer Insel, wo Seelöwen lebten. Dort durften wir dann zu ihnen ins Wasser und konnten mit ihnen schwimmen und tauchen. Ein einmaliges Erlebnis!
 
 
 
Auf dem Rückweg zur Farm haben wir bei der Pinnacles Desert Stopp gemacht. Seht euch die Bilder an, schon sehr interessant, was die Natur so hervorbringt.
01März
2015

Die erste Zeit mit unserer Aussie Family

Die Temperaturen stiegen und stiegen. Auf dem Weg zur Farm wurden wir mit einer Hitze empfangen, die uns zeigen sollte, wie heiß es im Landesinneren wirklich werden konnte. Bei 46 Grad fuhren wir die Straßen entlang und hatten die Klimaanlage auf 31 Grad gestellt, um uns "abzukühlen". Wärmer ging sie dann auch nicht. Bei den Temperaturen war es dann auch kein Wunder, dass wir den Highway zum Teil umfahren mussten, da es dort brannte.
Wir waren dann froh, dass wir nach einigen Umwegen auf der Farm ("Shippy's") eintrafen. Linda, unsere Gastmama, begrüßte uns gleich mit der Aufforderung, mit in den Pool zu kommen. Nichts lieber als das! Da merkte man schon, wie locker sie ist. Im Pool erzählte sie uns erstmal die Pläne für die nächsten zwei Monate, was uns etwas überforderte. Wir dachten ja, dass wir erstmal nur einen Monat bleiben wollten.
 
Um euch einmal einen Überblick über die Familie Cooke zu geben, hier eine Zusammenfassung:
- Gastpapa Grant
- Drei Töchter: Lucy (13) wohnt zuhause und geht zur Schule in Northam (Stadt, die 15 Minuten entfernt liegt), Isla (15) geht in Perth (2 Stunden entfernt) auf ein Internat, Kate (18) geht in Perth zur Uni.
- Angus, Bruder von Grant, lebt auf einer Nachbarfarm ("Stoney's Ridge"). Die beiden machen zusammen die Schafe und Landwirtschaft.
- Julie, Schwester von Grant, lebt auch auf einer Nachbarfarm.
- Jayne, Schwester von Grant, lebt in Northam mit ihrem Mann Peter.
(Linda, Pete, Jayne und Grant)
 
Insgesamt gibt es 5-6000 Schafe und ein paar Rinder. Die Farm hat eine Gesamtgröße von ca. 2,500 Hektar. Sie haben über 20 Hühner mit einem Hahn und ein paar Küken, neun Hunde (acht davon Border Collies zur Arbeit mit den Schafen und ein Jack Russel), drei Pferde und eine Katze. Zudem gab es ein paar Sportmöglichkeiten, wie einen Tennisplatz mit Basketballkorb, ein Trampolin und halt den Pool. 
 
(Kuscheln mit Tia, Pace und Coco.)
 
 
(Ein Sandsturm im Anrollen.)
 
Gleich zwei Tage nach unserer Ankunft hatte die liebe Isi ja ihren 20. Geburtstag. Leonie hat sie morgens ganz süß geweckt und einen Geburtstagstisch vorbereitet. Darauf waren der Kuchen, den wir am Tag vorher gebacken hatten und ein paar von Isis Lieblingssüßigkeiten. Allerdings war es sonst ein recht normaler Arbeitstag, mit der Ausnahme, dass Linda uns zum Mittagessen einlud. 
Nachmittags waren wir beim Hufschmied, wo Isi Zeit hatte nach Hause zu telefonieren und abends haben wir uns eine gemütliche Zeit gemacht. 
Linda hatte dann noch eine kleine Überraschung, nämlich ein Geschenk bestehend aus 3 Zeitschriften und ganz viel von Isis Lieblingsschoki.
 
Am nächsten Tag wurden wir dann schon gleich alleine gelassen. Linda fuhr mit Lucy übers Wochenende nach Perth zu einem Basketballspiel und Grant war sowieso schon seit unserem Ankunftstag mit zwei seiner Border Collies bei einem Dog Trial (Wettbewerb mit Schafen und Hunden).
Also kümmerten wir uns die ersten Tage allein um die Farm und bekamen ab Montag Unterstützung von Lucy und Grant, wobei Grant uns am Donnerstag wieder für ein Dog Trial verließ. Linda war unterdessen mit ihrer Tante in Esperance (bei dem schönen Strand), um ihre Mutter zu besuchen. Sie kam erst am Sonntag wieder. Also waren wir zwischenzeitlich mit Lucy alleine.
 
Ein relativ typischer Tagesablauf war ungefähr so:
- 7.30 Uhr Frühstück
- 8 Uhr mit den Hunden gehen, wenn Grant nicht da war (halbe Stunde über's Stoppelfeld, dann Hundehütte sauber machen (die Hunde waren alle draußen angeleint), Wasser checken)
- Pferde (in der ersten Zeit longieren, später nur noch reiten, füttern)
- Pool sauber machen (ein Tag war eine giftige (und zum Glück tote) Schlange in der Skimmerbox, an einem anderen fanden wir einen ziemlich großen Lizard im Poolraum)
- Hühner füttern
- Zwischen 9.30 und 11 Uhr Morning Tea
- Extraaufgabe (je nach dem, was so anstand)
- Zwischen 12 und 13 Uhr Lunch
- Hühner rauslassen
- Arbeiten/ Pause
- 15.40 Uhr Lucy zurück aus Schule 
- Abends: Hunde laufen lassen, füttern, Pferde füttern, Hühner einsperren
- Zwischen 18 und 19.30 Uhr Tea
- Zwischendurch ging's immer mal in Pool
Natürlich lief nicht jeder Tag so ab, manchmal haben wir auch nachmittags mehr gearbeitet und vormittags nicht so viel. Je nachdem wie warm es war, konnte man auch teilweise einfach nichts draußen machen. Dann verbrachte man die Zeit im Pool oder im Wohnzimmer vor der Klimaanlage.
 
Wir hatten viele verschiedene Aufgaben, einige etwas anstrengender, andere ziemlich entspannt:
- Einkaufen in Northam
- manchmal Kochen (wir werden besser!)
- Wäsche
- Saugen, wischen, Bad putzen, Staub wischen
- Veranda fegen
- Lucy zum Basketball oder Hockey bringen  (in Northam)

Extraaufgaben:

- Tack Shed (Sattel -und Futterkammer) aufräumen
- Hühnerstall säubern
- Schränke aufräumen und sauber machen
- Papierkram ordnen (nebenbei Film gucken)
- Blumen einpflanzen (den Dünger dafür mussten wir auch einsammeln)
- Autos waschen
- Laub harken
- Wände im Pool schrubben und Chlor darin auflösen 
- Cupcakes backen (Das war natürlich ganz schlimm! :D Kate hatte nämlich zwischendurch Geburtstag.)
Das hört sich vielleicht viel an, aber alles in allem war es wirklich sehr entspannt. Wir hatten ja auch zwei Monate dafür Zeit. 
 
Einen Tag gab es dann eine größere Aktion: Schafe scheren.
Bei 42 Grad standen wir in einem stickigen Stall auf Stoney's. Zwei Scherer waren gekommen und ein Neuseeländer, der die gleichen Sachen machen sollte wie wir. 
Grant trieb mit Hilfe seiner Hunde die Schafe nach vorne, die Scherer zogen sich dann eins raus und begannen zu scheren. Unsere Aufgabe war es die Wolle in drei Stapel zu sortieren: das Bauchstück, der ganze Rest (in große Säcke à 200kg) und die verdreckte Wolle. 
Es gab 300 Schafe und wegen der Hitze waren wir froh über die Ventilatoren und das eisgekühlte Wasser. Trotzdem sahen wir am Ende aus, als hätten wir uns in der dreckigen Wolle gesuhlt. 
Zum Schluss durften wir es dann sogar selbst einmal probieren, wie es ist ein Schaf zu scheren, und wir haben es sogar ganz gut hinbekommen.
 
Zweimal waren wir mit Linda in Perth, sodass wir einen guten Eindruck von der Stadt bekommen haben. Wir halfen mit bei der Dekoration für einen Schulball von Isla. Das Motto war "Enchanted Forest". Außerdem schauten wir uns ganz viele Häuser an, da die Cookes überlegt hatten, ein Haus zu kaufen, wo die Kinder dann wohnen konnten. Nach viel Mühe von Linda haben sie sich für ein mega Haus entschieden. Zudem gingen wir durch Fremantle durch die Straßen und waren außerdem shoppen.
 
 
An einem Wochenende haben wir auch mal Lindas Familie kennen gelernt, da der Sohn ihrer Cousine Geburtstag hatte. Das war sehr nett und im Anschluss hat Linda uns noch die Umgebung von Northam gezeigt.
(Ein Blick über Northam.) 
 
Über weitere Ausflüge und die letzten Wochen auf der Farm berichten wir euch in nächsten Blogeinträgen.
10Februar
2015

Babysitten und Tütchen packen

Unsere zweite Zeit in Bunbury verlief etwas anders als die vorherige. Einen Tag lang haben wir uns einmal über mögliche Studiengänge informiert. Jaja, man muss ja auch mal an die Zukunft denken. Einen anderen Tag waren wir im Dolphin Discovery Centre, in der Hoffnung auf Delfine zu treffen. Leider wollten sie nicht in der Zeit auftauchen, in der wir da waren, aber so hatten wir Zeit, uns ein bisschen über sie zu informieren und ein paar kleinere Lebewesen in Aquarien anzugucken.
Unser leckeres Essen, das Bauernfrühstück (am Nachmittag):
Als wir dann eines Tages an den Strand gehen wollten, trafen wir zufällig auf Joe, einen deutschen Vater, der mit Jennifer, seiner kleinen Tochter (3) da war. Man kam ins Gespräch und schwuppsdiewupps bekamen wir die Möglichkeit ein bisschen für ihn zu arbeiten. Wir fuhren ihm gleich hinterher zu ihm nach Hause und lernten dort Jessica, seine Frau und Jonathan, seinen kleinen Sohn (4, bald 5) kennen. Nach einigem Hin und Her quartieren wir uns in deren Wohnwagen ein, der im Garten stand. Im Gegenzug halfen wir bei den Vorbereitungen für die Geburtstagsparty von Jonathan, der unbedingt eine Piratenparty wollte. Wir bemalten also schwarze Luftballons mit Totenköpfen, machten Wasserbomben fertig, bastelten Schwerter, stellten eine Schatzkiste zusammen und halfen beim Kuchen backen. Zudem beschäftigten wir die Tage darauf ein wenig die Kinder.
Unser "Job" bestand darin, kleine Tütchen für Joes Firma zu packen. Er baut nämlich Fliegengitter ein und so sollten wir eine Visitenkarte, Reste von verschiedenen Fliegengittern und einen Mentos in eine kleine Tüte packen. Diese sollten dann nachher in Briefkästen geschmissen werden.
Nebenbei suchten wir nach einer Farm, wo wir unsere Tage für das second year visa vollkriegen könnten. Glücklicherweise fanden wir bald eine. Nach fünf Tagen verließen wir also unsere deutsche Familie und brachen auf zu unserer Aussie-Family. Wer hätte da schon ahnen können, dass es eine der schönsten Zeiten werden würde.
03Februar
2015

Ausflug in ein kleines Paradies

In Bunbury angekommen, suchten wir uns erstmal einen schönen Campingplatz, da wir mal wieder Wäsche waschen mussten und nicht soo viel Lust auf Handwäsche hatten. Von dort aus musste man nur einmal quer über die Straße und schon war man am Strand. Das nutzten wir am ersten Abend gleich aus, da es SO heiß war! Die Wäsche erledigten wir auch gleich, aber am nächsten Morgen merkten wir, dass irgendein dummer, bescheuerter Mensch unsere ganze Unterwäsche geklaut hatte. Nein, nicht die schönen Bikinis sondern unsere Unterwäsche! Da das Waschen auch echt nötig gewesen war, war dies auch fast unsere ganze Unterwäsche. Supiii, was für Glück wir doch wieder hatten! Auf diesem Campingplatz wollten wir nicht länger bleiben! So suchten wir uns einen kostenlosen Rastplatz etwa 15 Minuten außerhalb in Boyanup. 
Die darauffolgende Tage fuhren wir immer in die Stadt rein zum Shoppingcenter, wo wir das WLAN nutzen, um Bewerbungen abzuschicken. Wir bemühten uns WIRKLICH! Wir verschickten hunderte von Mails, aber keiner brauchte Arbeiter. Also beschlossen wir, für's Wochenende eine Auszeit zu nehmen und in den Norden zu fahren.
Es ging nach Rockingham, wo wir zwei Nächte blieben und uns Penguin Island anschauten. Das war nochmal ganz schön und wieder etwas anderes. Penguin Island war eine süße kleine Insel, auf der eine Kolonie von sehr kleinen Pinguinen lebt. Leider konnten wir keine wildlebenden Pinguine auf unserem Walk über die Insel entdecken, trotzdem haben wir unsere Zeit dort sehr genossen! Bis dann ein Gewitter aufzog und alle schnell von der Insel flüchteten.
An einem weiteren Abend entdeckten wir eine riesige Rauchsäule hinter Rockingham. Man konnte den Rauch auch teilweise riechen. Es gab wohl mal wieder ein Buschfeuer. Schon in Bunbury war des öfteren im Radio über ein Buschfeuer in der Nähe zu hören gewesen. Wir hatten immer Angst, dass wir es nicht mitbekommen wurden und auf unserem einsamen Rastplatz davon überrascht würden. Aber in diesem Falle hatten wir immer Glück.
Übrigens hatte Rockingham die coolsten Toiletten überhaupt! Mit einem Knopf ging die Tür auf, automatisch schloss sie sich wieder, eine Stimme teilte einem mit, wie viel Zeit man hatte und gespült wurde erst automatisch, nachdem man sich die Hände gewaschen hatte. Cool, oder was?
28Januar
2015

Welcome to Western Australia

Endlich waren wir an der Westküste. Sonne, Strand und Meer war angesagt! Es hätte nicht schöner sein können. Wir fanden in Esperance tatsächlich den schönsten Strand mit dem schönsten Wasser vor, was wir während unseres Australien-Trips bisher gesehen hatten. Und das bei perfektem Wetter - hier heißt das für uns: sonnig, aber leicht bewölkt und eine frische Brise. Wir hatten auch schon ähnlich schöne Strände im Norden Queenslands gesehen, aber dies war der erste, wo wir ins Wasser gehen konnten. Das Wasser war einfach so türkis und klar, wie Wasser nur sein kann.
Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Albany, der nächste richtige Ort, der einfach mal fünf Stunden entfernt war. Wie man vielleicht schon raushört, war das weiter weg als gedacht. Und so war der Tank auf einmal fast leer. Wir waren schon nahe der Nullgrenze, als wir bei einer Tankstelle ankamen, die dann auch noch geschlossen war. Also kämpften wir uns im Schneckentempo Richtung Albany, wo wir in letzter Minute noch eine Tankstelle fanden. Zur Nacht suchten wir uns einen schönen Platz am Fluss, den wir mit ganz vielen Aussies und ihren 4WD teilten, die dort den am Tag darauffolgenden Australia Day verbringen wollten. Den Australia Day wollten wir auch schön verbringen, doch das Wetter hat nicht ganz mitgespielt, da es nur so 25 Grad waren und es somit zu kalt für den Strand war. Abends fuhren wir zu einem neuen Platz am Strand, wo wir erst einen Strandspaziergang machten und Isi Leonie nachher noch die Haare schnitt. Oh, oh!
Der nächste Tag fing dann ganz besonders mit einem Zahnarztbesuch an. Isi dachte, sie hätte ein Loch. Letztendlich bezahlte sie 50 Dollar dafür, dass ihr geraten wurde, eine weichere Zahnbürste und eine sensiblere Zahnpasta zu kaufen, da sie ihre Zähne wohl immer zu kräftig geputzt hatte.
Also könnte es weiter gehen: Auf nach Denmark! Ja, auch hier in Australien gibt es Dänemark. Allerdings etwas kleiner und mit türkiserem Wasser. Außer dass es weiße Algen gab, war es echt schön und wir konnten wieder einmal die Dusche im Surfclub nutzen. So praktisch diese Surfclubs!
Auf unserem Weg nach Margaret River schliefen wir in einer Seitenstraße, tief im Wald an einem Fluss, wo uns die Landschaft sehr an einen Dschungel erinnerte. Dort genossen wir sehr unsere Ruhe.
Am nächsten Morgen fuhren wir voller Eifer los und wollten uns auf Jobsuche begeben. Wir hielten bei einigen Weingütern an, doch alle hatten geschlossen, da die Weinsaison erst ein paar Wochen später anfangen sollte. Na super! Wir änderten also unseren Plan und fuhren statt nach Margaret River, ein großes Weingebiet, weiter in den Norden nach Bunbury. 
21Januar
2015

Eine Woche, zwei Grenzen und 2,800 Kilometer

Weiter ging es Richtung Adelaide. Unser nächster Stopp sollte eigentlich Port Fairy sein, ein kleines süßes Surferdorf. Anscheinend war es aber zu klein, denn wir sind einfach durchgefahren, ohne es zu merken. Schade!
Kurz darauf überquerten wir auch schon die Grenze nach South Australia. Es war jetzt also eine halbe Stunde früher.
Wir machten Stopp in Mt. Gambier beim Blue Lake, der aufgrund irgendwelcher Kristalle während der Sommermonate sehr blau leuchtet, auch bei bewölktem Himmel. Das war wirklich beeindruckend! 
An diesem Nachmittag fuhren wir auf einen Campingplatz, da wir dringend Wäsche waschen mussten und eine Dusche brauchten.
 
 
Der nächste Tag bestand zum größten Teil wieder nur aus langweiligem Gefahre, mit Ausnahme des Coorong Nationalparks, wodurch wir einen kleinen Umweg machten.
 
 
(Ein Vergleichsbild Australien/ Deutschland zur selben Zeit:)
 
 
Nachmittags kamen wir in Adelaide an und gingen erst einmal in eine Bibliothek, da wir dringend Internet brauchten und zudem ein wichtiges Formular ausdrucken mussten. Sehr spontan beschlossen wir, abends noch ins Kino zu gehen und endlich "Mockingjay - Teil 1" zu gucken. Natürlich kamen wir mal wieder zu spät. Trotzdem haben wir den Film sehr genossen, was aber auch sein musste, da er sehr teuer war.
Am nächsten Tag wollten wir einen Shoppingtag einlegen, der aber sehr erfolglos geblieben ist. Außer einem neuen Handy für Leonie kauften wir nichts. Das war dann auch schon Adelaide. Es war eine süße, kleine Stadt, nicht so voll und der Verkehr war voll okay. Genau richtig für uns!
Daraufhin ging es in den Norden in die Flinders Ranges. Je nördlicher wir fuhren, desto wärmer wurde es und desto niedriger wurde die Vegetation. Die Landschaft war flach und der Sand rot. Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir schließlich Hawker und nach einigem Hin und Her fanden wir herraus, dass die Höhlen, die wir uns angucken wollten, geschlossen waren. Dort hätte es Aboriginal Zeichnungen gegeben, die uns sehr interessiert hätten. Toll, ca. 4 Stunden Fahrt für so was. Letztendlich haben wir uns nur eine Ruine angeschaut, die aber auch ganz schön war. In der Hitze hätten wir es sowieso nicht lange ausgehalten! Immerhin haben wir mal die Flinders Ranges gesehen, zumindest den südlichen Zipfel davon.
 
 
 
Also fuhren wir schon weiter nach Port Augusta, von wo der lange Weg an die Westküste losging.
Erster Stopp an einem freien Campingplatz, sogar mit Outside Shower:
 
 
Drei Tage lang fuhren wir die ganze Zeit auf einer Straße und hielten quasi nur zum schlafen an. Ab und zu begegnete man mal einem Auto, doch die einzigen Häuser waren die Tankstellen oder auch Roadhouses genannt. 1,675 Kilometer führte der Eyre Highway durch die Nullarbor Desert, wobei wir irgendwann die Grenze nach Western Australia überquerten (=andere Zeitzone: 2 1/2 Stunden früher). Die Kontrolle war so streng, dass wir unser ganzes Obst und Gemüse wegschmeißen mussten. Nur ein paar Äpfel, die im der Mittelkonsole versteckt waren, konnten wir durchschmuggeln. Unsere Schlafplätze waren sehr interessant, aber die Bilder zeigen es wahrscheinlich am besten.
 
Die zweite Nacht beim verlassenen Roadhouse:
 
Bei 8 Stunden Fahrt täglich und einer Temperatur um die 35 Grad haben wir uns doch ganz gut beschäftigt, indem wir vorgelesen, Musik gehört, Blogeinträge geschrieben und einfach gequatscht haben. Trotzdem war es anstrengend und wir waren doch ganz froh, als wir an eine Abzweigung kamen, die uns nach Esperance geführt hat.
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